Triennale 2024

25. August bis 6. Oktober 2024

GASOMETER, TRIESEN
Seit mehr als 20 Jahren fertigt Evelyne Bermann Objekte aus transparent-farbigem Acrylglas. Licht, Leichtigkeit, Durchsicht, Überschneidungen, Bildveränderung durch wechselnde Standorte in der Betrachtung und farbige Schattenwürfe sind zentrale Themen. Es sind schlichte, meist geometrische Formen, die sie aus den Acrylglasplatten aussägt und zu Objekten zusammenfügt.

Mit sensibler Beobachtung des Vertrauten wie des Fremden, der Natur wie der Zivilisation, des alltäglichen Handelns ebenso wie ritueller Vorgänge stellt Barbara Geyer die transformatorischen Prozesse alles Lebendigen ins Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit. Dabei spielen immer auch ungewöhnliche Materialien und Techniken eine Rolle, um die subjektive Wahrnehmung der Realität in einer individuellen Formensprache anschaulich zu machen.

Im Wesentlichen geht es in den Arbeiten von Bruno Kaufmann um die Farbe und deren Wirkung. Dafür ist ihm der Computer eine grosse Hilfe. Die Einbindung verschiedener Technologien hat es ihm ermöglicht, sich von dem persönlichen Pinselduktus zu befreien und zu neuen Farb- und Formgebungen zu kommen. Die Erkenntnis daraus: Individualität liegt nicht in der Handschrift, sondern im Denken.

Während eines dreimonatigen Aufenthalts in den Niederlanden entwickelten die Künstler Simon Kindle und Vincent Hofmann eine bewegliche Eisenskulptur. Das mehr als drei Meter hohe Hamsterrad hat die Form eines Eies und kann inwändig von einem Menschen angetrieben werden. Das Rad nimmt Verwerfungen auf und macht die Komplexität der zu bewältigenden Gegensätze, beziehungsweise ihre Unvereinbarkeiten fühlbar.

Die Viehtreicheln, Rufglöckchen, Halsschellen, Signalglocken, Dekoglocken, Ritualglocken und Glockenspiele sind zu einem Körper zusammengezurrt, winden sich am Boden, erklingen sporadisch im Raum. Die symbolische Bedeutung von Glocken ist vielfältig. Sie folgen Narrativenvon Strukturierung, Hierarchie und Macht - Sowie gleichermassen von Festen, Ankündigungen und Hoffnung. Die Installation Bella Bells von Martina Morger spielt mit Erwartungshaltungen, erinnert an das, was schon war und ruft diejenigen, die noch kommen werden.

Gemäss Christoph Georg Lichtenberg {1742–1799 } werden: «Die wichtigsten Dinge […] durch Röhren getan. Beweise: erstlich die Zeugungsglieder, die Schreibfeder und unser Schiessgewehr, ja was ist der Mensch anders als ein verworrenes Bündel Röhren?»
Hansjörg Quaderer versucht also, Starkstrom durch seine Kartonröhren zu jagen, sodass sich aussen Farbströme abzeichnen.

Rollin' Bones ist eine Anspielung auf die uralte Methode, Würfel aus Knochen herzustellen. In der Installation von Carol Wyss geht es um das Glückspiel und damit um Zufall, Gück, Gewinn, Verlust und Sucht. Liechtenstein hat in letzter Zeit einen plötzlichen Zustrom von Kasinos erlebt. In einem der wohlhabendsten Ländern der Welt spielt man ums Geld, sucht nach Glück und überlässt Entscheidungen ums ‚Wohlergehen‘ dem Zufall. Es bleibt abzuwarten, was diese Glückstempel wirklich bringen werden. Die Besucher sind zum Spielen eingeladen.


Petra Büchel, Kuratorin

Rahmenprogramm

Sonntag, 25.8.2024, 15.15h-15.30h
Das Eirad - Performance von Simon Kindle & Vincent Hofmann

Samstag, 14.09.2024, 17.00h – 18.30h
Eine Skulptur, zwei Bücher und eine Performance
Eine kritische Auseinandersetzung mit den Arbeitsbedingungen im Kunstbetrieb

Das Eirad - Performance von Simon Kindle & Vincent Hofmann
mit Lukas Zerbst und Martina Morger

Auf Montage - Buchpräsentation mit Panel zum Thema

Öffnungszeiten
Freitag, 16.00h – 20.00h
Samstag, 14.00h – 18.00h*
Sonntag, 14.00h – 18.00h

* Am Samstag, 5. Oktober öffnet die Ausstellung erst um 18.00–24.00 Uhr im Rahmen der "ORF-Lange Nacht der Museen"